Die Gewässerforschung hat in der Gemeinde Lunz am See eine bereits über hundertjährige Tradition. Im Jahr 1905 gründete Carl Kupelwieser die „Biologische Station Lunz“ (BSL). Seitdem entwickelte sich rund um den Lunzer See und seine Umgebung ein international angesehenes Zentrum für aquatische Forschung.

Internationales Forschungszentrum während des 20. Jahrhunderts

Renommierte Forscher wie Franz Ruttner, August Thienemann oder Carl Wesenberg-Lund – allesamt weltweit bekannt für ihre fundamentalen Beiträge zur Gewässerökologie – arbeiteten und forschten an der damaligen Einrichtung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und machten Lunz zu einem internationalen Zentrum für limnologische Forschung. Die BSL war währdend des gesamten 20. Jahrhunderts bekannt für ihre hervorragenden Leitungen im Bereich der Gewässerforschung.

Schließung der Biologischen Station Lunz im Jahr 2003

Nach einem Umbruch Anfang des 21. Jahrhunderts gab die Österreichische Akademie der Wissenschaften die Schließung der BSL bekannt. Daraufhin wurde – Dank eines Schulterschlusses von Bund, Land Niederösterreich und den drei Träger-Universitäten – der WasserCluster Lunz ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Arbeiten der BSL weiterzuführen und vor allem die Gewässerforschung in Lunz neu zu beleben. Untergebracht sollte das neue Forschungszentrum allerdings nicht in der alten BSL werden, sondern im ehemaligen NÖ Landes-Gästehaus.

Das WasserCluster-Gebäude

Das Gebäude, in dem der WasserCluster Lunz heute untergebracht ist, war ursprünglich ein Ferienheim, das NÖ Landes-Jugendheim. Zahlreiche Kinder aus Österreich und dem Ausland verbrachten hier am See ihre Ferien. Im Jahr 2004 wurde das NÖ Landes-Jugendheim geschlossen.

Wiedereröffnung

Die NÖ Landesregierung baute das frühere NÖ Landes-Jugendheim um und adaptierte es an die Anforderungen moderner Forschung und Lehre. Die Eröffnung der „WasserCluster Lunz – Biologische Station GmbH“ im Jahr 2007 läutete eine neue Ära für die Institution ein. Darüberhinaus entschloss man sich 2009 auch zum Umbau der früheren Biologischen Station Lunz, 2011 konnte das Gebäude wieder eröffnet werden, heute ist in der renovierten BSL eine der vier Arbeitsgruppen des WasserClusters untergebracht.

Mehr über die Geschichte der Gewässerforschung in Österreich



Zeitachse

 

1905 | Gründung der Biologischen Station Lunz von Dr. Carl Kupelwieser

1906 | Eröffnung des Gebäudes unter Prof. Richard Woltereck

1908 |  Leiter ist Dr. Hans Kupelwieser, als Administrator fungiert Prof. Franz Ruttner

1924 | Die deutsche Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft gründet den „Verein Biologische Station Lunz“, die österreichische Akademie der Wissenschaften ist Teil der Organisation

1957 | Prof. Franz Ruttner tritt den Ruhestand an, Prof. Ingo Findenegg folgt

1967 | Prof. Ingo Findenegg tritt den Ruhestand an, Prof. Heinz Löffler folgt

1972 | Der Verein Biologische Station Lunz wird aufgelöst, die österreichische Akademie der Wissenschaften begründet das Institut für Limnologie, geleitet wird es von Prof. Heinz Löffler

1977 | Dr. Gernot Bretschko wird Abteilungsleiter in der BSL

1985 | Das Gebäude der BSL wird mit Unterstützung der Landesregierung NÖ erweitert

1998 | Austrian Academy of Science decides the closure of the BSL

2003 | Offizielle Schließung der BSL

2004 | Entscheidung, im ehemaligen NÖ Landes-Gästehaus Lunz neuerlich ein Forschungszentrum zum Thema Wasser zu errichten 

2005 | Start der Renovierung des NÖ Landes-Jugendheimes

2007 | Am 20. Mai wird der WasserCluster Lunz offiziell eröffnet

2009 | Um-, bzw. Neubau der BSL beginnt

2011 | Die Biologische Station Lunz wird dem WasserCluster Lunz angeschlossen. Am 11. September wird die BSL offiziell wiedereröffnet.